Schaubergwerk Büchenberg in Elbingerode im Harz

Harzer Eisenerzbergbau hautnah erleben

Die Grube Büchenberg: Das besondere Ausflugsziel im Harz, nicht nur für Technikbegeisterte

Hinweistafel Schaubergwerk Büchenberg an der B244

(derHarz) Eigentlich auf dem Weg nach Wernigerode und gar nicht auf dem Plan, wurden wir durch das Schild „Schaubergwerk Büchenberg“ angelockt. Bei schönen Wetter und Sonnenschein entschieden wir uns für einen Zwischenstopp und einen Abstecher. Wir verließen die B244 und stellten unseren Wagen auf dem Großraumparkplatz ab. Auf dem einfach geschotterten Platz waren hinreichend Abstellmöglichkeiten vorhanden. Den Hund an die Leine genommen und schon ging es los. Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt befinden sich die ersten Info-Tafeln zur Montanindustrie in der Region, die einen ersten geschichtlichen Überblick geben. Von dort führt ein etwa 300 m ausgebauter Weg leicht abschüssig zum Schaubergwerk. Rechts und links des Weges sind zahlreiche historische Bergbaugeräte aufgestellt. Hinweistafeln erläutern die Objekte, auch für Laien und Kinder leicht verständlich. Ein guter Einstieg in die Materie.

Eisenerz aus Elbingerode

Bereits seit dem Mittelalter wurde am Büchenberg Bergbau betrieben. Allerdings konnte das Gestein zunächst nur oberflächig abgebaut und Tiefen von bis maximal 50 Meter erreicht werden. Wegen des ansteigenden Grundwasser war kein tieferes Eindringen in den Berg möglich. Erst später legten Bergmänner richtige Bergstollen mit Entwässerungssystemen an. 1925 wurde der Bergbau am Büchenberg zunächst vorübergehend eingestellt. Da das Erz für die aufstrebende Rüstungsindustrie von großer Bedeutung war, nahm das Bergwerk 1936 seinen Betrieb wieder auf. In den 1960er Jahren arbeiteten etwa 460 Mitarbeiter in dem Bergwerk, die etwa 440.000 Tonnen Erz pro Jahr förderten. Ende April 1970 wurde die Erzgrube endgültig geschlossen und in der Folge durch die Bergsicherung verwahrt.

Von der Eisenerzgrube zum Schaubergwerk Büchenberg

Erst 14 Jahre nach der Schließung gelang es, einen Teil der ersten Sohle des Erzbergwerks wieder so herzurichten, dass es seit Oktober 1989 als Schaubergwerk seiner neuen Bestimmung übergeben werden konnte. Heute haben Besucher und Harz-Urlauber die Möglichkeit, sich dort auf einem 600 m langen Rundgang einen Einblick in die Untertagewelt zu verschaffen. Hautnah kann die harte Arbeit der Bergleute in den 1950er bis 1960er Jahren nachvollzogen werden. Alle noch vorhandenen Maschinen werden in ihrer Funktion vorgeführt, darunter auch die Antriebsmaschine der einst mit 8.650 m längsten Industrieseilbahn Europas. Anhand eines farbenprächtigen einmalig schönen geologischen Aufschlusses kann jeder Besucher nachempfinden, welche gewaltigen Naturkräfte zum Entstehen der Erze führte. Die Führung, die barrierefrei ist, dauert etwa eine Stunde.

Büchenberg auch für Naturliebhaber ein Anlaufpunkt

Stempelstelle Nr. 37 Harzer Wandernadel Büchenberg

Und wer sich die Ausstellung nicht anschauen und lieber in der freien Natur auf seine Lieben warten oder nur einen Zwischenstopp machen möchte, kann sich auf den zahlreichen Holzbänken auf dem Ausstellungsgelände einen Platz suchen und die Natur genießen. Der zugehörige Kiosk, in dem auch die Eintrittskarten für das Besucherbergwerk erworben werden können, versorgt Besucher mit kleinen Snacks wie Bockwurst oder Currywurst mit Pommes, kalten Getränken und Eis. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich einer der grünen Stempelkästen der Harzer Wandernadel. Dort können Harz-Urlauber und Wanderer ihr Sammelheft um einen weiteren Stempel bereichern.

Wander-Empfehlung: Elbingeröder Bergbaulehrpfad

Das Schaubergwerk Büchenberg ist seit 1992 auch Start- und Zielpunkt des 6,1 km langen Elbingeröder Bergbaulehrpfades, der sich mit dem dortigen Eisenerzbergbau befasst. Eine sehr schöne interessante Runde mit 16 Stationen zur Geschichte des Harzer Bergbaus. So lernen Wanderer und Harz-Urlauber u. a. nachfolgende berghistorische Stätte kennen: Schlosswasserhäuschen, Hildebrandstolle, Porphyritsteinbruch, Charlottenstollen, Augustenstollen, Radstube Franzstollen, Hartengrippenhagensberger Stollen, Wernigerödische Eisensteingruben (Hermannschacht), Erzgrube Büchenberg (Schacht I und II) sowie Eierbergstollen. Der tiefste Punkt des Lehrpfades liegt an der Bundesstraße 244 nahe Bolmke bei 416, der höchste ungefähr beim Schacht Büchenberg II auf 530 m ü. NHN.

Wann hat das Schaubergwerk Büschenberg geöffnet?

Das Schaubergwerk Büchenberg hat täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Davon abweichend finden am 24. und 25. Dezember sowie am 01. Januar keine Führungen statt.

Wie teuer ist der Eintritt ins Besucherbergwerk?

Erwachsene „Bergmänner“ zahlen 8,00 EUR pro Person, Kinder 4,00 EUR. Zudem bietet das Besucherbergwerk Büchenberg eine Familienkarte für 21,00 EUR. Damit haben zwei Erwachsene und bis zu drei Kindern Zutritt.

Anschrift und Kontakt Schaubergwerk Büchenberg

Büchenberg 2
38875 Elbingerode
Mail: buero@schaubergwerk-elbingerode.de
Web: www.schaubergwerk-elbingerode.de

Koordinaten Schaubergwerk Büchenberg: 51° 47′ 24,3″ N, 10° 49′ 5,6″ O

Quelle: Readktion, Moritz Leinung, 26.07.2021
Bild: Redaktion

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