Lostplace ehemalige Lungenheilstätte in Harzgerode

Deutsche Stiftung Denkmalschutz gibt finanzielle Unterstützung

(derharz) 30.000 Euro für Sanierung der Haupteingangstreppe des Ostflügels der ehemaligen TBC-Kinderheilstätte stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale in diesem Jahr bereit. Die Klinik gehört zu den über 610 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.

Die ehemalige TBC-Kinderheilstätte befindet sich nördlich von Harzgerode in 400 Meter Höhe. Sie wurde von 1929 bis 1931 errichtet. Das Ensemble umfasst neben dem Hauptgebäude und dem Torhaus eine Gärtnerei, zwei Ärztewohnhäuser, die Chefarztvilla, eine Isolationsstation sowie ein in den 1970er Jahren errichtetes Schulhaus. Die Heilstätte ist als Terrassenbau angelegt – ein architektonisches Konzept, das insbesondere in der 1920er Jahren beim Bau von Krankenhäusern und Sanatorien zur Anwendung kam.

Über die ehemalige Lungenheilstätte in Harzgerode

Der Komplex zeichnet sich durch einen mehrflügeligen, unregelmäßigen Grundriss aus. Das Hauptgebäude gliedert sich in drei Teile. Den Kern bildet der quadratisch angelegte Zentralbau, in dem die Wirtschafts- und ärztlichen Behandlungsräume des Krankenhauses untergebracht waren. Nach Osten schließt der Gebäudeteil an, in dem die Kranken mit offener Tuberkulose behandelt wurden, nach Süden der Flügel mit der chirurgischen Abteilung.

Überdachte Liegebalkone vor dem Ost- und Südflügel, die zugänglich sind über Schiebefenster, dominieren die äußere Gestaltung der Fassaden. Ein Wasserbassin vor dem Südflügel sollte das Sonnenlicht zusätzlich auf die Balkone reflektieren. Das Grundrissschema des Sanatoriums folgt damit konsequent dem Gebot der Funktionalität. Ästhetische Gesichtspunkte wurden dabei dennoch nicht außer Acht gelassen: Unterschiedliche Geschosshöhen, das Auf und Ab von Trauf- und Firstlinien, unterschiedliche Dach- und Fensterformen und drei Rundtürme, die die verschiedenen Gebäudeteile rahmen, sind ebenso charakteristisch für die architektonische Gestaltung wie die strenge Zweckbestimmung des Grundrisses.

Quelle & Bild: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 22.12.2021

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