Land Sachsen-Anhalt investiert in die Zukunft der Reinhard-Lakomy-Schule

Landrat Thomas Balcerowski und Bildungsminister Jan Riedel bei der Übergabe des Förderbescheids für das neue Schulgebäude der Reinhard-Lakomy-Schule.
Landrat Thomas Balcerowski und Bildungsminister Jan Riedel bei der Übergabe des Förderbescheids für das neue Schulgebäude der Reinhard-Lakomy-Schule.

Fördermittel für ein dringend benötigtes Schulgebäude

Mit einer Fördersumme von 2,7 Millionen Euro unterstützt das Land Sachsen-Anhalt den Umbau eines zusätzlichen Gebäudes für die Reinhard-Lakomy-Schule in Halberstadt. Bildungsminister Jan Riedel überreichte den Zuwendungsbescheid an Landrat Thomas Balcerowski. Damit ist der größte Teil der Finanzierung für das Bauprojekt gesichert, das insgesamt rund 4,3 Millionen Euro kosten wird. In den kommenden Jahren soll aus der ehemaligen Kindertagesstätte „Sputnik“ ein modernes Schulgebäude entstehen, das die drängenden Platzprobleme der Förderschule nachhaltig löst.

Die Übergabe des Bescheids wurde mit großem Beifall der Schülerinnen und Schüler gefeiert. Minister Riedel betonte, dass es nun keine Ausreden mehr gebe und die Bauarbeiten zügig vorbereitet werden müssten. Damit wird ein wichtiges Signal für die Zukunft der Förderschule gesetzt, die seit vielen Jahren mit akuter Raumnot zu kämpfen hat.

Umbau der Kita „Sputnik“ zur Schule

Das neue Gebäude entsteht in der Maxim-Gorki-Straße 31. Dabei handelt es sich um einen Plattenbau aus DDR-Zeiten, der seit Ende 2024 leersteht. Im Zuge der Sanierung wird das Bauwerk vollständig modernisiert, mit energieeffizienter Ausstattung versehen und an die Bedürfnisse der Förderschule angepasst. Geplant ist, dass die Bauarbeiten im Frühjahr kommenden Jahres beginnen und bis zum Schuljahr 2027/2028 abgeschlossen sind.

Ein Schwerpunkt liegt auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. So werden eine moderne Wärmepumpe sowie Solaranlagen installiert, um den Energieverbrauch langfristig zu senken und die Schule zukunftsfähig zu machen. Für Landrat Balcerowski ist die Förderung ein Meilenstein. Er sprach von einem „riesengroßen Tag der Freude“ und betonte, dass die Schülerinnen und Schüler nun endlich bestmögliche Lernbedingungen erhalten werden.

Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen

Die Reinhard-Lakomy-Schule betreut derzeit 179 Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung. Unterstützt werden sie von 32 Lehrkräften und 23 pädagogischen Mitarbeitern. Der bestehende Standort in der Juri-Gagarin-Straße wurde 1993 für 80 Schüler gebaut, bereits damals mit einem kleinen Schwimmbad im Keller ausgestattet. Doch die steigenden Schülerzahlen führten immer wieder zu Engpässen.

Um kurzfristig Platzprobleme zu lösen, mussten Lehrer sogar ihr eigenes Lehrerzimmer aufgeben, damit zusätzliche Klassenräume entstehen konnten. Diese Improvisationen gehören nun bald der Vergangenheit an. Mit dem neuen Schulgebäude steht die dringend benötigte Raumkapazität zur Verfügung, um die Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern.

Historische Entwicklung und Namensgebung

Die Reinhard-Lakomy-Schule blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach dem Einzug in den Neubau 1993 erfolgte nur wenige Jahre später die Namensgebung zu Ehren des bekannten Liedermachers und Kinderbuchautors Reinhard Lakomy. Die Schule war stets darauf angewiesen, kreative Lösungen für die Raumnot zu finden. Ein kleiner Erweiterungsbau mit zwei zusätzlichen Klassenräumen konnte den steigenden Bedarf nur bedingt decken.

Die nun geplante Sanierung der ehemaligen Kita „Sputnik“ ist daher ein entscheidender Schritt, um die Schule langfristig zu entlasten. Der Standort ist nur etwa 300 Meter vom bisherigen Hauptgebäude entfernt, was eine enge Verbindung zwischen beiden Gebäuden ermöglicht.

Finanzielle Unterstützung aus Landesmitteln

Die Förderung des Landes stammt aus der Richtlinie „SCHUL(FREI)RÄUME“, die pandemieresiliente Bau- und Ausstattungsmaßnahmen an Schulen unterstützt. Sie deckt 85 Prozent der förderfähigen Kosten ab. Damit ist die Finanzierung weitgehend gesichert, und der Landkreis Harz kann die Planungen und Ausschreibungen vorantreiben.

Bildungsminister Riedel betonte, wie wichtig das Bauvorhaben für die Region sei. Mit moderner Ausstattung, großzügigen Räumen und einem nachhaltigen Energiekonzept entstehe ein Vorzeigeprojekt, das die Schullandschaft in Halberstadt bereichert. Auch Halberstadts Oberbürgermeister Daniel Szarata zeigte sich erfreut und hob hervor, dass das Gebäude wieder Kindern zur Verfügung stehen werde.

Ausstattung des neuen Gebäudes

Nach der Fertigstellung sollen auf drei Etagen rund 1700 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. Geplant sind moderne Klassenräume, eine Lehrküche, Mehrzweckräume sowie großzügige Sanitärbereiche. Zusätzlich ist ein ebenerdiger Anbau mit Foyer vorgesehen, der für Veranstaltungen und Begegnungen genutzt werden kann.

Auch die Außenanlagen des Grundstücks bieten viel Potenzial. Sie werden so gestaltet, dass Schülerinnen und Schüler ausreichend Platz für Pausen, Spiel- und Bewegungsangebote haben. Durch die fußläufige Nähe zum Hauptgebäude bleibt die Verbindung zwischen beiden Standorten eng und praktikabel.

Hintergrund: Raumnot seit vielen Jahren

Schon lange kritisierte das Landesschulamt die beengten Verhältnisse an der Schule. Um die steigenden Schülerzahlen aufzufangen, wurden übergangsweise Außenstellen eingerichtet. Zunächst nutzte die Schule Räume in der Förderschule Albert-Schweitzer, später kamen weitere Klassenräume in der Sekundarschule „Spiegel“ hinzu. Sogar Küchen und eine Trainingswohnung mussten nachgerüstet werden, um die Anforderungen zu erfüllen.

Doch diese Lösungen waren stets nur befristet und keine nachhaltige Antwort auf die wachsenden Herausforderungen. Die Genehmigung für die Nutzung der Außenstellen läuft spätestens 2027 aus. Daher war eine langfristige Lösung unumgänglich, um den Schülerinnen und Schülern beständige Lernräume zu bieten.

Entscheidungsprozess im Landkreis

Der Landkreis Harz prüfte mehrere Varianten, um die Raumsituation zu verbessern. Diskutiert wurden ein Anbau, die Nutzung des Gymnasiums Thale, die Errichtung einer vierten Förderschule oder die Sanierung bestehender Gebäude. Nach intensiven Beratungen im Petitionsausschuss fiel die Entscheidung schließlich auf die dritte Variante, also die Nutzung und Sanierung der ehemaligen Kita „Sputnik“.

Diese Lösung kombiniert wirtschaftliche Vernunft mit langfristiger Planungssicherheit. Der Standort ist optimal gelegen und bietet ausreichend Platz, um die Schule zukunftsfähig auszubauen. Zudem kann das Gebäude vergleichsweise schnell umgebaut werden, sodass die drängende Raumnot nicht länger besteht.

Signalwirkung für die Bildungslandschaft

Die Investition von 2,7 Millionen Euro hat nicht nur für Halberstadt, sondern auch für die Bildungslandschaft in Sachsen-Anhalt eine hohe Signalwirkung. Sie zeigt, dass Förderschulen mit ihren besonderen Herausforderungen nicht vergessen werden. Gerade Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung benötigen angepasste Räume und Lernbedingungen, die eine individuelle Förderung ermöglichen.

Die Förderung ist ein starkes Bekenntnis zur Inklusion und zur Unterstützung dieser Kinder und Jugendlichen. Mit der Sanierung wird ein modernes, funktionales und kindgerechtes Umfeld geschaffen, das den pädagogischen Alltag erheblich erleichtert.

Ausblick auf die kommenden Jahre

Im Frühjahr starten die Bauarbeiten, die sich über mehrere Jahre erstrecken werden. Ziel ist es, das neue Schulgebäude rechtzeitig zum Schuljahr 2027/2028 fertigzustellen. Damit endet eine lange Phase der Improvisation und Übergangslösungen.

Bis dahin bleiben die Außenstellen zwar noch notwendig, doch die Perspektive auf ein modernes, großzügiges Gebäude sorgt bereits heute für Erleichterung und Freude bei allen Beteiligten. Eltern, Lehrkräfte und Schüler sehen in dem Projekt eine echte Zukunftschance.

Quelle und Bilder: Landkreis Harz, 22.09.2025

Teile diesen Beitrag:

– Weiterlesen –

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Historische Maschinen im Oberharzer Bergwerksmuseum erinnern an die harte Arbeit der Bergleute.

Das Oberharzer Bergwerksmuseum darf nicht sterben

Das Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld gilt als eines der ältesten Technik- und Freilichtmuseen Deutschlands. Seit über 130 Jahren bewahrt es die einzigartige Montangeschichte der Region